Yogi Bhajan

Yogi Bhajan brachte als letzter Meister des Kundalini Yoga diese Technik 1969 in den Westen. Er publizierte aus spirituellen Gründen diese alten und früher geheim gelehrten Yogatechniken erstmalig einer breiteren Öffentlichkeit und hinterließ bewusst keinen Nachfolger.

Yogi Bhajan wurde 1929 in Kot Harkan (heutiges Pakistan) geboren und folgte der Religion der nordindischen Sikhtradition. Einer seiner wesentlichen Lehrer, Sant Hazara Singh, bestätigte seine Meisterschaft schon im Alter von 16 Jahren.
Yogi Bhajan reiste in seinen frühen Jahren häufig in die Himalayaregion um die Lehren vieler alter Lehrer und Meister zu studieren und somit bewahren zu können. Im weltlichen Leben absolvierte er ein wirtschaftswissenschaftliches Studium und arbeitete im indischen Grenzschutz.

Seine westliche Laufbahn begann 1968 in Toronto und ab 1969 in Los Angeles, wo auf seine Initiative hin die internationale 3H Organisation entstand. Das Ziel der Organisation einen ganzheitlichen Lebensstil auf der Grundlage des Kundalini Yoga und den Lehren von Yogi Bhajan weiterzugeben führt bis heute zu Aktivitäten in vielen Teilen der Welt.

Yogi Bhajan wurde 1976 amerikanischer Staatsbürger und erlangte 1980 den Ph.D. in Psychologie. Er lehrte und praktizierte Kundalini Yoga in all seinen Facetten bis er 2004 seinen physischen Körper verließ. Yogi Bhajan gilt als einer der bedeutenden spirituellen Lehrer unserer Zeit und hinterließ eine breite Organisation die seine Lehren authentisch weitergibt. In Deutschland unterrichten zur Zeit etwa 900 zertifizierte Lehrerinnen und Lehrer Kundalini Yoga, weltweit praktizieren ca. eine Million Menschen Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan.

Yogi Bhajans Lehren orientieren sich, neben seinem weltanschaulich neutral gehaltenen Yogastil, zwar an der modernen Sikh-Tradition, beinhalten jedoch auch multireligiöse Elemente. So scheinen hinduistische und muslimisch-sufistische Aspekte einen Rückgriff auf die heterogene Kultur und Spiritualität Nordindiens vor den kolonialen Kulturmanipulationen nahezulegen. Auch die deutlichen Bezüge seiner späteren Lehren zu Elementen des amerikanischen Transzendentalismus und freikirchlichen Aspekten lassen ihn vielmehr in der Nähe der frühen Sikh-Lehrer als Vermittler verschiedener religiöser Traditionen erscheinen, als als Vertreter der zeitgenössischen Sikh-Orthodoxie.

Die Botschaft Yogi Bhajans von einem unabdingbaren Recht des Menschen auf ein gesundes, glückliches und selbstbestimmtes spirituelles Leben, führte zur Verbreitung des
Kundalini Yoga und zu vielfältigen Aktivitäten auf gesundheitlichen, psychologischen, politischen und sozialen Ebenen.

Weitere Infos unter:
www.sikhnet.com
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